Die Freiheit des Alleinseins

„Das sagst du jetzt so leicht“
„Das ist ganz anders wenn du es erst mal erlebst“
„Du vergisst die ganzen unschönen Zeitfresser“

Hach, was habe ich alles gehört von den Leuten als ich Ihnen sagte, dass ich mich im Sommer vier Wochenlang um das Haus meiner Eltern kümmern muss. Wirklich viele sagten komische Änderungen in allem möglichen voraus, wirklich eingetroffen ist davon jedoch nicht viel. Selbst das ganze Waschen, Spülen, sich um Müll, Einkaufen und Garten gießen kümmern ist alles halb so wild – ich genieße es ja schon fast. Vermutlich bei Studieren allgemein und vlt bei Informatik im speziellen wird viel vom Kopf verlangt, da die Hände mehr oder weniger nur dazu da sind, dass Gedachte zu verschriftlichen und sonst keinerlei andere körperliche Arbeit stattfindet. Die ganzen oben genannten Tätigkeiten sind daher eine willkommene Abwechslung für den Körper und bieten dem Geist Rahmen um sich zu erholen. Jeden Tag stehe ich nach dem Joggen (um halb 6) und Frühstück eine Stunde im Garten und gieße all die Pflanzen meiner Mutter und jeden Tag nutze ich die Zeit um in aller Ruhe ein wenig nachzudenken, durch meinen Kopf zu stöbern oder einfach mal nichts zu machen und dem Kopf eine noch größere Erholung gönnen. Danach gehe ich spätestens alle zwei Tage noch gemütlich mit einem Rucksack einkaufen und gönnen den Beinen damit nach dem Joggen nochmal ein „Auslaufen“. Es wird gerne viel über den Wandel der Ernährung geredet wenn man dann „das Essen kann was man will“ – wirklich viel davon eingetreten ist bei mir nicht. Ja, ich habe mir zweimal Pizza in den Ofen geworfen, aber ansonsten bin ich meiner Ernährung treu geblieben: Morgens Brot oder Kornflakes und Abends einen gemischten Salat (Mittags verspüre ich meist noch keinen Hunter). Ich frage mich mittlerweile schon was sich die – immer gleiche – Kassiererin denkt, wenn sie mich alle zwei Tage mit 2x 1 Liter Getränk, Tomaten und Gurke sieht (Käse/Wurst brauche ich nur 1x pro Woche). Das einzige wo in der ersten Woche ein wenig auf der Strecke geblieben ist war das Arbeiten selbst, aber das ist nicht weiter tragisch, da ich es in der zweiten Woche dann reingeholt habe. Alles in allem kann ich sagen, ich bin durch die Zeit ein wenig beruhigt worden – beruhigt, dass ich in einem Jahr auch ohne Startschwierigkeiten selbst wohnen kann. In einem Jahr, da ich in einem Jahr mit meinem Master fertig sein sollte und mich das Berufsleben in die weite Welt tragen wird – wohin genau weiß niemand. Am liebsten würde ich hier in der Region bleiben, jedoch habe ich auch keinerlei Probleme bei einem coolen Angebot in eine andere (mittel-) große Stadt zu ziehen. Wirkliche viele Gedanken mache ich mir darum sowieso noch nicht, da alles reinste Spekulation ist und die Gedanken bis dahin sowieso wieder veraltet sind. Mehr als im Rahmen eines Semester vorausdenken macht im Moment einfach keinen Sinn. Soweit so gut, wir lesen uns dann beim nächsten Eintrag wieder :)

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Ein Rückblick auf die letzten Monate | Changes

Veränderungen bieten nicht nur Chancen, sondern sind auch immer mit Risiken verbunden. Soviel wie in den letzten Monaten hat sich schon lange nicht mehr geändert.

Rückblickend muss man sagen, dass der Wandel nicht erst im ersten Master Semester begonnen hat, sondern eigentlich schon im letzten Bachelor Semestern. Bereits dort habe ich wieder damit begonnen jeden Abend Salat zu Essen und von Zeit zu Zeit mit (neuen) Inlineskates regelmäßig zu fahren. Richtig intensiv und wirklich regelmäßig habe ich jedoch erst im Master damit begonnen – zusammen mit einigen anderen Änderungen.

Für den Master hatte ich mir einige Ziele gesetzt:

Nie nach 12 schlafen gehen
Immer (mehr oder weniger) früh aufstehen
Regelmäßiges Skaten
Jedes Wochenende lernen (Gute Noten bekommen)
An Wochenenden das Handy ausgeschaltet lassen

Ich muss ehrlich sagen, dass ich überrascht war und weiterlesen

Ein Windhauch von Vergangenheit

Der Wind streicht sanft über die Außenhaut meiner Jacke während ich langsam über den Bahnhof schlender. In meinen Ohren macht sich die Stimme von Taylor Swift breit – „Look what you made me do“. Ein Lied das ich nicht nur wegen Taylors Stimme gerne mag, sondern eben genau wegen diesen 6 Wörtern, die mich immer wieder vor die Frage stellen:

Was hast du aus mir gemacht?

Weiterlesen

Umzug

Ab Heute wird es auf einem „neuen“ Blog weitergehen bzw. eigentlich geht es weiter wie zuvor, nur die URL hat sich geändert.

Aus

http://www.noiseofthunder.wordpress.com

wird

http://www.noiseofthunder.de

 

Hauptgrund für den Wechsel? Ich will euch die Welt mit meinen Augen zeigen können, aber leider lassen sich hier keine 360 Grad Bilder implementieren (oder ich war zu unfähig) – ein erste sollte auch schon online sein =). Ich bin mir nicht sicher, ob ihr den ’neuen‘ Blog abonnieren müsst, oder ob auch die Follows mit umgezogen worden – Beiträge, Kommentare und Bilder konnte ich komplett auf den neuen Blog übertragen.

Wir sehen uns drüben – Thunny :)

549.616 Schritte durch Deutschland – Eine Übersicht

Ein langer Monat mit vielen Höhen und Tiefen und noch viel mehr Erlebnissen geht zu Ende. Ich werde versuchen die Tage noch etwas zu allen Orten im Detail aufzuschreiben, aber für’s erste möchte ich euch einen kleinen Überblick darüber geben.

Alles begann am 1.8, als wir um 4:48 in den ersten Zug Richtung geliebter Nordsee stiegen. Ich werde vermutlich nie einen vollkommen objektiven Reisebericht zur Nordsee oder im speziellen zu Borkum schreiben können, einfach weil ich bedingungslos in sie verliebt bin. Die Tage an der Nordsee waren von gemischten Gefühlen geprägt, dazu später aber noch einmal mehr.

Am 9.8 haben wir einen Tagesausflug nach Groningen gemacht, eine wirklich nette kleine Stadt in Holland, die man vor allem an Markt-Tagen besuchen sollte. Klein, aber fein =)

Am 10.8 ging es dann für’s erste Mal zurück nach Hause, damit ich direkt einen Tag später wieder um 5 Uhr aufstehen konnte, um der Vereidigung meines Bruders in einem der südlichsten Orte Bayerns beizuwohnen.

Ein paar Tage später, am 14.8 ging es dann wieder weiter, diesmal nach Dresden – eine der schönsten Städte Deutschlands. Leider Gottes hat der Pegida-Aufmarsch, in welchen wir am Montag Abend hineingelaufen sind, meine Stimmung getrübt.

Am 16.8 ging es dann auf nach Bonn und Köln, um am 17.8 dann auf dem Fachbesuchertag der Gamescom mir die neuesten Spiele-Highlights anschauen zu können. Auf der Gamescom traf ich nachmittags dann noch eine Blogger-Freundin, welche ich seit mehreren Jahren kenne. Am Tag darauf schauten wir uns Bonn an, eine ziemlich enttäuschende Stadt. Wir beide hätten eigentlich erwartet, dass in der alten Hauptstadt der Bundesrepublik, das ein oder andere Highlight zu sehen ist …

Am 19.8 ging es dann weiter nach Hamburg, wo ich einen Nachmittag alleine durch die Stadt pilgerte und mir bei bestem Wetter die Speicherstadt anschaute. Danach machte ich noch eine Rundfahrt auf der Alster, ich hätte mir nie erträumen lassen das eine Rundfahrt mit einem Schiff so schön sein kann. Tags darauf führte uns dann noch ein einheimischer ein wenig durch die Stadt und abends waren wir in einem Musicals.

Am 21ten ging es dann alleine weiter nach Berlin, wo ich noch am selben Abend mich mit ein paar Pokemon-Spielern aus meinem eigenen Ort traf, die gerade auch in Berlin waren. Tags darauf fuhr ich dann raus ins Schloss nach Potsdam – wunderschön. Ohne dieses Schloss wäre mein Berlin-Aufenthalt nur halb so schön gewesen.

Vom 23 bis zum 26. war ich in Magdeburg bei der Person, welche mich wohl am besten kennt und verbrachte dort ein paar herrlich entspannte Tage :)

Am 26ten machte ich mich dann auf dem Weg nach Frankfurt, wo ich weniger sah als ich mir erhoffte – was großteils an der erdrückenden Hitze der Tage lag.

Die letzten paar Tage des Monats verbrachte ich dann am Strand von Warnemünde, oder genauer gesagt großteils auf dem Ostsee-Wander oder -Fahrradweg. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich diesen Ort oder vor allem noch einmal auf diesem Weg noch einmal entlang laufen oder fahren werde.

Ich bin froh mittlerweile wieder Zuhause zu sein und wieder mich wieder in einer gewohnten Umgebung vorzufinden. Die Tage gibt es dann zu allen Orten Bilder und ausführlichere Einträge =)

Gedanken eines Reisenden #22 – Ruhe in Frieden

Ich liege gemütlich im Palmengarten in Frankfurt im Schatten und warte darauf das es langsam aber sicher kühler wird, da klingelt mein Handy und meinte Mutter erzählt mir, das meine Oma gestorben ist …

Leere.

Einfach Leere.

Ich weiß gerade gar nicht was ich denken soll oder nicht … Zuerst fällt mir ein das ich mich nicht mehr richtig von ihr verabschieden konnte, weil es anfangs immer hieß, dass ich sie nicht im Krankenhaus besuchen brauche, weil sie bald wieder draußen ist.

Nun ist es zu spät.

Ruhe in Frieden Oma.

Gedanken eines Reisenden #21 – The little things

Manchmal sind es die kleinen Dinge die jemand anderem ein rießengroßes Lächeln ins Gesicht zaubern. Während ich am Gleis sitzend auf meinen Zug warte, wurde ich von einem vorbeikommenden Reisenden auf englisch darauf angesprochen ob ich nicht zufällig ein U-Bahn Ticket hätte. Er schaute schon wieder nach vorne und war bereits an paar Meter an mir vorbei, als ich noch mühsam ein „Waait, I have one“ herausbrachte. Die Überraschung im Gesicht war ihm deutlich anzumerken. Wir prüften dann noch kurz wie lange mein Ticket noch gelten würde und stellten fest, dass er es noch einige Stunden in ganz Berlin nutzen konnte. Er bedankte sich und verschwand glücklich in der Menge.

Kurz darauf sprach mich eine weitere Person an und bat mich ihr auszuhelfen, weil der Automat nur größere Münzen nahm und so gab ich ihr die entsprechnden Münzen, auch sie bedankte sich mit einem Lächeln und Worten und wünschte mir einen schönen Tag.

Ich hatte davor schon ausgesprochen gute Laune, aber danach – unbeschreiblich.

Manchmal sind es die kleinen Dinge die anderen ein Lächeln ins Gesicht und mir eines ins Herz zaubern.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Tag =)

Gedanken eines Reisenden #20 – Ziele

Ein anderer Besucher der Jugendherberge mit dem ich heute Morgen geplaudert habe, erzählte mir das er, im Alter von 68, 1800km mit dem Fahrrad innerhalb von 28 Tagen gefahren ist. Und davon waren sicher einige mal einen oder zwei Tage eine Stadt anschauen.

Verrückt.

Ich könnte das nicht mal mit meinem 22 Jahren im Moment machen, aber ich würde mir wünschen, dass ich es in dem Alter noch/wieder kann, weil ich es mir einfach sehr cool vorstelle.

Wobei mir gerade im Hinterkopf schwirrt … ob ich in dem Alter überhaupt schon in Rente sein werde … *wirft den Gedanken weg und träumt von dieser Radtour*

Gedanken eines Reisenden #19 – Blinde

Gestern Abend ist ein Blinder zu mir ins Zimmer der Jugendherberge gezogen und wir haben uns eine lange Zeit gut unterhalten. Es ist immer wieder beeindruckend wie gut sich Leute zurechtfinden und leben können, obwohl ihnen das Augenlicht fehlt. Ich war fast ein wenig schockiert über die Art und Weise wie er es verloren hat. Eine Art Herpes die sich hinter dem Auge gebildet, was an sich schon extrem selten auf einem Auge ist – aber wohl in der Klinik noch nie vorher auf beiden Augen zeitgleich passiert ist. So hat der Gute binnen ein paar Tagen von beiden Augen die Sehkraft verloren.

Wahnsinn.

Du gehst am Donnerstag noch auf Arbeit, bist am Freitag in der Klinik und am Montag steht endgültig fest, das du nie wieder sehen und dort auf Arbeit sein wirst.

Unvorstellbar.

Ich weiß im Moment nicht ob ich damit klarkommen würde.

Die Vorstellung nie wieder Farben sehen zu können ist einfach unvorstellbar. Ich weiß gerade gar nicht was ich sagen soll … unvorstellbar. Ich sauge deshalb gerade während der Zugfahrt alle Farben die ich sehen kann einfach nur intensivst auf.